Magazin für Film und TV-Serien

“Game of Thrones”: Zerbrochene Ketten

Vor einigen Wochen ist mit “Game of Thrones” eine der beliebtesten und besten Serien auf den Bildschirm zurückgekehrt. Wir schreiben zu jeder Folge der vierten Staffel ein Review. Wer die Folge(n) noch nicht gesehen hat, darf Spoiler erwarten.

Nach dem überraschenden (und befriedigenden) Ende der zweiten Folge geht, wie immer, das Leben in Westeros weiter. Es wird wieder einmal klar, dass in George R. R. Martin’s epischem Werk niemand unsterblich und niemand unersetzlich ist.

In King’s Landing sehen wie Oleanna Tyrell ihre Enkelin Margaery tröstet und darauf hinweist, dass es mit dem Nächsten noch einfacher sein wird. Es zeigt sich wieder, dass das Spiel um den Eisernen Thron nicht durch jugendlichen Ãœbermut gewonnen wird, sondern sich besonders Geduld und Weisheit durchsetzen.

Charles Dance als Tywin Lannister ragt wieder aus dem wunderbaren Cast heraus. Als erstes unterrichtet er den jungen Tommen über die Eigenschaften eines guten Königs, genau darauf bedacht, seine Machtbasis nicht zu verlieren. In der Konfrontation mit Oberyn Martell zeigt sich sein diplomatisches Geschick. Ob die zwei Häuser jedoch auf Dauer miteinander verbündet bleiben, werden die verbleibenden Folgen zeigen.

Arya Stark und Sandor “The Hound” Clegane, deren Szenen zu den bisherigen Highlights der vierten Staffel gehören, setzen ihre ungewöhnliche Reise fort. Nachdem sie bei einem Bauern übernachten und ihn anschliessend ausrauben, fasst Clegane das brutale Leben in Westoros für die jüngste Stark Tochter zusammen: “Plenty are worse than me. I just understand the way things are. How many Starks they got to behead before you figure it out?”

Auf der anderen Seite des Meeres trifft Daenerys Stormborn auf die nächste Stadt, deren Sklaven sie befreien möchte: Meereen. Ihre Männer reissen sich darum, im Einzelkampf den Vertreter der Stadt zu besiegen. Ihre Wahl fällt auf Daario Naharis, den Anführer einer Söldnertruppe, die sich vor Junkai ihrer Sache angeschlossen hat. Auch hier zeigt sich, dass ehrenvolle Kämpfer in der Welt von Martin stark im Nachteil sind. Ihre Szene endet mit einem starken Zeichen gegen die Sklaverei: Ihre Katapulte schleudern zerbrochene Ketten in die Stadt, deren Anführer nun das Schlimmste zu befürchten haben.

Ingesamt gelingt es den Machern von “Game of Thrones” wieder eine starke Episode abzuliefern, die trotz vielen Schauplätzen (auf die nicht alle hier eingegangen wird) die Geschichte langsam, aber sicher vorantreiben. Nach dem emotionalen Höhepunkt der letzten Woche, finden die Charaktere alle andere Wege, damit umzugehen.

Das zeigt sich in einer verstörenden Szene mit Jamie und Cersei Lannister in der Kirche neben dem Leichnam ihres Sohnes, während Tyrion Lannister trotz seiner Gefangenschaft und unter Mordverdacht seine Würde behält. Dass dies in dieser Welt nichts Gutes bedeutet, ist dem gerissenen Zwerg auch klar.

Leave a Reply

Basic HTML is allowed. Your email address will not be published.

Subscribe to this comment feed via RSS